Umweltfreundliche Architektur in der Praxis. Patagonia-Vertriebszentrum, Reno. TIM DAVIS

Mit begrenzten Ressourcen leben

Wir messen uns daran, wie weit wir unsere Umweltbelastung reduzieren können. Das bedeutet nicht nur, dass wir alle Materialien und Verfahren für die Herstellung unserer Produkte streng prüfen, sondern einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen, der alle Geschäftsaspekte umfasst, darunter auch den Einsatz von Ressourcen für Firmengebäude und -einrichtungen.

Ventura, California – Global Headquarters

Ventura, Kalifornien – Firmenzentrale
Das Firmengelände von Patagonia in Ventura umfasst sieben Gebäude. Das älteste wurde in den 1870er Jahren errichtet, das jüngste 1997. Da alle schon etliche Jahre alt sind, ist ihre Bauweise nicht besonders ökologisch, doch alle wurden modernisiert, um die Umwelt zu entlasten.

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Reno, Nevada - Service Center

Reno, Nevada – Patagonia Vertriebszentrum

Unser Vertriebszentrum in Reno haben wir 1996 mit einem Kostenaufwand von 19 Millionen Dollar erbaut. Es steht am Ufer des Truckee River, an der Stelle der ehemaligen Tahoe Timber Lumber Mill, hat eine schlichte Architektur und ein zweckmäßiges Design. Das Vertriebszentrum Reno umfasst alle technischen Einrichtungen, um Patagonia-Produkte weltweit zu verschicken. Trotz höherer Kosten ließen wir ökologische Innovationen einbauen, die sich durch Energieeinsparungen von 30-35% in drei bis acht Jahren amortisiert haben. 2006 haben wir das Vertriebszentrum auf die doppelte Größe erweitert. Unsere zahlreichen ökologischen Verbesserungen hat das US Green Building Council mit einer Leadership in Energy and Environmental Design (LEED) Auszeichnung in Gold prämiert.

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Patagonia Retail Stores
Patagonia Einzelhandelsgeschäfte

Derzeit betreibt Patagonia in Nordamerika 31 firmeneigene Einzelhandelsgeschäfte und hat klare Richtlinien für die Eröffnung neuer Geschäfte. Seit wir Anfang der 70er Jahre unser erstes Geschäft in Ventura in einer ehemaligen Fleischfabrik eingerichtet haben (s. obiges Foto), scheint es uns besser, bestehende Gebäude zu nutzen und auszubauen, anstatt neue zu errichten. Wir halten uns nach Möglichkeit an diesen Grundsatz – und wenn das nicht machbar ist, müssen die Gebäude langlebig sein, das Design ästhetisch und Baumaterialien sowie Einrichtungen möglichst umweltfreundlich. Außerdem legen wir Wert auf eine unverwechselbare Gestaltung, welche die Geschichte und die natürlichen Gegebenheiten der Region widerspiegelt.


Energieeinsatz

Die Verbrennung nicht erneuerbarer, fossiler Brennstoffe zur Erzeugung von Strom und Wärme verschmutzt Luft, Boden und Wasser, beschleunigt die globale Erwärmung und trägt zur weiteren Destabilisierung der von Kohlenwasserstoffen abhängigen Welt bei. Die Stauseen der Wasserkraftwerke überschwemmen kostbare Landschaften und bedrohen Tier-Habitate. Und die Kernkraft birgt fatale Risiken wie radioaktive Abfälle, Verbreitung spaltbaren Materials für Kernwaffen und verheerende Unfälle.


Energy Use: Ventura

Energieeinsatz: Ventura
Bei unserer Firmenzentrale haben wir 498 Solarmodule installiert, die unseren Bedarf an Netzstrom um schätzungsweise 14% verringern. Unser Designstudio haben wir auf LED-Beleuchtung umgerüstet, die voraussichtlich 38% des bisherigen Lichtstroms einsparen wird. 2012 haben wir im Lost-Arrow-Gebäude eine neue Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlage installiert. Diese elektrisch betriebene Anlage saugt Außenluft an, reinigt sie mit UV-Licht und Filtern und leitet sie so durch das Gebäude, dass der Effekt der gleiche ist, als wären die Fenster zum Lüften geöffnet. SMARTGRID Zähler im ganzen Gebäude sorgen dafür, dass das System die Luft optimal zirkulieren lässt. Die Anlage kann das Gebäude je nach Bedarf auch heizen und kühlen.


Energy Use: Reno

Energieeinsatz: Reno
Im Zuge der LEED-Zertifikation haben wir eine Reihe von Maßnahmen zur Energieeinsparung durchgeführt. Dachfenster lassen natürliches Sonnenlicht herein und lichtdurchlässige Dachkamine reflektieren das Tageslicht in unserem Vertriebszentrum. Das spart Energie und sorgt zugleich für eine angenehmere Beleuchtung. Lichtsensoren und Bewegungsmelder schalten die Beleuchtung aus, wenn sie nicht gebraucht wird. Unser Strahlungswärmesystem wird von einer hocheffizienten Industrieheizung gespeist. Um das Gebäude im Winter warm und im Sommer kühl zu halten, haben wir das Dach mit einer R30 Dämmung isoliert und die Wände der Lagerhalle mit R12 Dämmplatten. Die Lagerhalle hat keine Klimaanlage, sondern ein Lüftungssystem, das nachts die warme Luft durch kühle Außenluft ersetzt. Eine komplexe Mess- und Regeltechnik sorgt dafür, dass alle Systeme optimal funktionieren. Sie reguliert die Beleuchtung, die Last von Motoren mit konstanter und variabler Leistung, Funktionen mit variabler Frequenz, Luft- und Wassersparanlagen, die Wärmerückgewinnung, den statischen Druck der Luftverteilung und das Luftvolumen, die Effizienz der Heizanlage, gebäudebezogene Energiesysteme und Anlagen, die Wasserversorgung im Gebäude und die Bewässerung im Freigelände. Das Personal kann alle Systeme von einer zentralen Steueranlage aus bequem kontrollieren. All diese Maßnahmen sorgen für ein energiesparendes und angenehmes Raumklima und reduzieren zugleich die Material- und Betriebskosten. Selbst kleine Energie-Einsparungen können sich im Laufe der Jahre zu erheblichen ökologischen und finanziellen Vorteilen summieren.


Energieeinsatz: Patagonia-Geschäfte
2011/2012 haben wir zwei unserer Geschäfte auf LED-Beleuchtung umgestellt, was in Ventura 25% und in Denver 35% Strom eingespart hat. Auch unser neues Geschäft in Chicago haben wir mit LED-Beleuchtung ausgestattet.


Regenwasser-Abfluss

Wenn Regen auf versiegelte Flächen wie Parkplätze, Dächer oder Bürgersteige fällt, läuft er an der Oberfläche ab und spült dabei allerlei Schmutz mit. Das Wasser transportiert Abfälle, Tierkot, Öl, Treibstoffreste, Reinigungsmittel, Pestizide, chemische Rückstände, Abrieb von Bremsbelägen etc. zum tiefsten Punkt – gewöhnlich in einen Gulli. Von dort fließt das verschmutzte Wasser in einen Kanal, einen Bach, einen Fluss oder direkt ins Meer. Die ersten schweren Regenfälle der Saison spülen am meisten Schmutz mit sich. In Ventura wird Badegästen und Surfern daher aus gesundheitlichen Gründen dringend empfohlen, 72 Stunden nach Regenfällen nicht ins Meer zu gehen. Unsere Firmenzentrale in Ventura ist nur 200 m vom Ventura River entfernt und das Vertriebszentrum in Reno steht direkt am Ufer des Truckee River. Wir haben daher eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die von unserem Firmengelände mitgeführte Verschmutzung zu reduzieren.


Storm-Water Runoff: Ventura

Regenwasser-Abfluss: Ventura
Zwei Asphaltflächen des Parkplatzes haben wir gegen einen durchlässigen Belag ausgetauscht, der das Regenwasser in den Boden eindringen lässt. Außerdem haben wir eine Bio-Drainage angelegt und eine weitere geplant. Das ist eine mit Erde und Kies gefüllte Rinne, die das Wasser von unserem Parkplatz ableitet. Sie lässt das Regenwasser in der Erde versickern, wobei es auf natürliche Weise gefiltert wird. Wenn der Boden kein Wasser mehr aufnehmen kann, läuft es in einen Kanal ab. Doch bis dahin sollte der größte Teil der Verschmutzung von unserem Parkplatz bereits herausgefiltert sein.


Storm-Water Runoff: Reno

Regenwasser-Abfluss: Reno
Bei der Erweiterung unser Vertriebszentrums in Reno 2007 haben wir den Parkplatz mit durchlässigen Zementsteinen gepflastert, die das Wasser versickern lassen. Wir haben Rückhaltebecken in die Landschaft integriert, die das Regenwasser vom Dach auffangen, ehe es im Boden versickert. Auf der Teerfläche am Wareneingang haben wir zwei Ölabscheider installiert, die Verschmutzungen sehr effizient herausfiltern, ehe das Wasser in die Kanalisation gelangt.


Landschaftsgestaltung

Landscaping

Je mehr Fläche durch Asphalt und Beton versiegelt ist, desto mehr Wasser läuft an der Oberfläche ab. Je mehr Rasen und nicht-heimische Pflanzen man hat, desto mehr muss bewässert werden. Je mehr Rasensprenger, desto mehr Verdunstung.


Landschaftsgestaltung: Ventura

Das Freigelände um unsere Zentrale in Ventura wurde zum Großteil schon vor mehreren Jahrzehnten angelegt. Es umfasst eine Reihe ausgewachsener, nicht-heimischer Bäume und Pflanzen. In den letzten Jahren haben wir die schon immer knappen Rasenflächen durch überwiegend heimische Pflanzen ersetzt, die wenig Bewässerung erfordern. Die Freiflächen für unsere Mitarbeiter haben einen wasserdurchlässigen Untergrund und ein Kräutergarten versorgt unsere Cafeteria.


Landschaftsgestaltung: Reno

Die LEED-Vorschriften verlangten, dass wir zur Bewässerung höchstens halb so viel Trinkwasser verbrauchen wie eine normale Gewerbeanlage ähnlicher Größe in Reno. Anstatt Rasenflächen und durstige Gewächse zu pflanzen, beauftragten wir einen Landschaftsarchitekten mit dem Entwurf einer Trockenlandschaft mit verschiedenen heimischen Pflanzen, Sträuchern und Bäumen sowie einigen nicht-heimischen Gewächsen, die wenig Wasser brauchen. Einige kleine Rasenflächen sind auch dabei.


Wassernutzung

Wassernutzung: Ventura

Die Bewässerung verschlingt in der Regel den größten Teil des Wasserbedarfs, doch für unser Betriebsgelände in Ventura macht sie nur 5% davon aus. Der Rest geht auf das Konto von Toiletten, Waschbecken, Duschen, Waschmaschinen, Umkehrosmose-Systemen und einer Spülmaschine. Um den Verbrauch zu reduzieren, sind fast alle Urinale wasserfrei, was pro Spülung rund vier Liter Wasser spart. Alle Toiletten haben eine Sparspülung (entweder 2 Liter oder 5 Liter). Die Wasserhähne sind mit Sensoren ausgestattet, die das Ventil innerhalb von zwei Sekunden schließen, sobald man die Hände nicht mehr darunter hält. In den Duschen haben wir noch keine Sparbrausen. Die Spülmaschine braucht pro Spülgang nur etwa 4 Liter Wasser. Die beiden von oben zu beladenden Waschmaschinen, mit denen unser Labor die „Killer-Waschtests“ durchführt, verbrauchen 60 Liter pro Waschgang. Aber selbst mit leistungsstarken Frontlader-Waschmaschinen ließ sich nicht das gleiche Resultat erzielen. Die drei kleinen Rasenflächen auf dem Gelände sowie ein schmaler Streifen mit Bodendeckern auf dem Parkplatz bewässern wir mit versenkbaren Regnern. Die übrigen Flächen werden mit Tropfanlagen bewässert oder erfordern gar keine Bewässerung.


Wassernutzung: Reno

Die Toiletten brauchen 6 Liter pro Spülung. Der Verbrauch der Urinale liegt zwischen knapp einem und knapp 6 Liter pro Spülung; zwei sind wasserlos. Die Duschen sind mit wassersparenden Brausen ausgestattet. Die Wasserhähne haben das übliche Perlator-Sparsystem. Zwei der Waschräume haben Bewegungsmelder für automatisches Aus- und Einschalten. Weitere Verbraucher sind eine Industriespülmaschine, eine Haushaltswaschmaschine, die etwa fünfmal am Tag läuft, und eine Testanlage für unsere Wathosen, die das gleiche Wasser immer wieder benutzt.


Mitarbeiter-Transport

Das Auto ist ein fantastisches Transportmittel, aber es hat eine Reihe schwerwiegender Nachteile: Luftverschmutzung, CO2 Ausstoß, Verkehrsstaus, Parkplatzmangel, tropfendes Öl etc. Um die Belastung zu reduzieren, schaffen wir für unsere Mitarbeiter in Nordamerika verschiedene Anreize, weniger zu fahren, und bieten Ladestationen für Elektroautos.


Ganz Nordamerika

Unser Drive-Less-Programm schafft einen finanziellen Anreiz, Fahrgemeinschaften, das Fahrrad, Skateboards, öffentliche Verkehrsmittel oder sonstige Mittel zu nutzen, anstatt allein im Auto zur Arbeit zu fahren. Alle kanadischen und US-Mitarbeiter, die daran teilnehmen, erhalten $2 pro Fahrt für bis zu zwei Fahrten pro Tag. Sie können dadurch pro Jahr $500 brutto zusätzlich verdienen. Im ersten Jahr haben 900 Mitarbeiter teilgenommen. Dadurch wurden in jenem Jahr insgesamt 1,1 Millionen Kilometer weniger gefahren, 97.000 Liter Treibstoff gespart und rund 225 Tonnen weniger CO2 ausgestoßen.


Employee Transportation: Ventura

Mitarbeiter-Transport: Ventura

2012 haben wir bei unserer Firmenzentrale in Ventura zwei Blink-Ladestationen für Elektrofahrzeuge eingerichtet, die unseren Mitarbeitern und der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Sie werden durch den Solarstrom der Module im ersten Stock des Crystal-Palace-Gebäudes gespeist. Die Ladezeit liegt je nach Fahrzeug zwischen 4 und 8 Stunden und die Kosten betragen $2 pro Stunde. Die Erlöse teilen sich Patagonia und ECOtality (die Firma, die die Ladestationen eingerichtet hat).


Employee Transportation: Reno

Mitarbeiter-Transport: Reno

Neben den finanziellen Anreizen unseres Drive-Less-Programms haben wir hier für mindestens 5% unserer Mitarbeiter sichere Fahrradstellplätze sowie Duschen, Umkleideräume und Schließfächer, haben ein Hybridauto als Geschäftsfahrzeug und bieten bevorzugte Parkmöglichkeiten für Fahrgemeinschaften und Fahrzeuge mit alternativem Antrieb.


Abfälle

Recycling

Abfälle: Recycling in Ventura
Alle Mitarbeiter haben an ihrem Schreibtisch einen Container für Altpapier und einen sehr kleinen Abfalleimer. In allen Arbeitsbereichen stehen Recyclingbehälter für Karton, Papier, Zeitschriften, Glas, Aluminium, Plastikflaschen und Tyvek-Umschläge. Pappkartons, Verpackungsmaterial und Aktenmappen werden mehrfach verwendet.


Waste: Ventura Composting

Abfälle: Kompostieren in Ventura
Die organischen Abfälle aus unserer Cafeteria werden seit Ende der 90er Jahre kompostiert. Anfangs haben wir auf einem ungenutzten Areal unseres Betriebsgeländes Gruben ausgehoben und die Abfälle vergraben. Kleinlebewesen und Bodenbakterien haben die Abfälle rasch zersetzt. Das funktionierte prima bis der Platz knapp wurde. Danach haben wir eine Reihe von Kompostbehältern gebaut, die zusammen mit dem Inhalt verrotten. Auf der Suche nach einer besseren Lösung beteiligen wir uns seit kurzem an einem von der Stadt Ventura geförderten Pilotprojekt, das organische Abfälle von Lebensmittelgeschäften, Hotels und anderen Betrieben einsammelt. Die örtliche Müllabfuhr bringt die Reste zu einer etwa 16 km entfernten privaten Kompostieranlage in einem Nachbarort. Wir liefern rund 850 Liter Küchenabfälle pro Woche und vermeiden so, dass Essensreste auf der Deponie landen.


Abfälle: Recycling in Reno

Dort gibt es eine gut zugängliche Recycling-Station für die Trennung und Lagerung von Papier, Wellpappe, Glas, Plastik und Metall. In der Mitarbeiterküche stehen Recycling-Behälter für Aluminium, Plastik, Glas und Karton sowie Kompost-Behälter für organische Abfälle. Wir sammeln die Transportbeutel aus transparentem Plastik und verkaufen sie an eine Firma, die Plastikholz herstellt. Holzpaletten werden so lange wie möglich wiederbenutzt und dann recycelt. Schreibpapier sammeln wir und nutzen es als Notizpapier. Farbkartuschen werden recycelt und ausgediente Computer und Elektronikgeräte geben wir einer örtlichen Firma, die sie überholt und bedürftigen Familien oder Gemeindeeinrichtungen zur Verfügung stellt. Auch unsere Mitarbeiter fordern wir dazu auf, nicht mehr genutzte Elektronikgeräte sowie Altbatterien und recycelbare Haushaltsabfälle im Vertriebszentrum in Reno abzugeben.


Recycling in Einzelhandelsgeschäften

Unsere Geschäfte ergreifen die gleichen Maßnahmen wie die Zentrale in Ventura und das Vertriebszentrum in Reno. Alle Patagonia-Produkte werden ab Hersteller einzeln in Plastikbeutel verpackt. Unsere Geschäfte sammeln die leeren Beutel und schicken sie entweder an unser Vertriebszentrum in Reno zurück oder geben sie an eine örtliche Recyclingstelle.