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Becoming a Responsible Company
Patagonia Archives

„Unser kostbarstes Recht ist das Recht auf eigene Verantwortung.“

– Gerald Amos

Wir fangen eben erst an zu begreifen, dass unser Broterwerb die Natur gefährdet und unsere grundlegendsten menschlichen Bedürfnisse nicht befriedigen kann. Die Verarmung der Welt und die Entwertung der höchsten Werte gefährdet unser körperliches und wirtschaftliches Wohlergehen.

Und doch beweisen die technischen Innovationen der letzten Jahrzehnte mit ihrer Bandbreite und Tiefe, dass wir unsere wertvollste menschliche Gabe nicht verloren haben: Wir sind erfinderisch, anpassungsfähig und klug. Außerdem haben wir moralische Prinzipien, empfinden Mitgefühl für alles Lebendige und dürsten nach Gerechtigkeit. Nur müssen wir diese Gaben stärker nutzen, um die Wirtschaft sozialer zu gestalten, umweltverträglicher und weniger destruktiv für die Natur und die Gemeingüter, die unser Leben sichern.

Wir können Patagonia nicht als das Modell einer verantwortungsvollen Firma darstellen. Wir leisten nicht alles, was ein verantwortungsvolles Unternehmen tun kann, und wir kennen auch keine andere Firma, die dies tut. Aber wir können berichten, wie wir unsere soziale und ökologische Verantwortung erkannt haben und anfingen, danach zu handeln. Wie so vieles im Leben, begann alles mit einem Schritt, der zum nächsten führte.

Im Frühjahr 1988 eröffnete Patagonia ein Ladengeschäft an der Newbury Street in Boston. Wenige Tage später wurden die Angestellten krank und litten unter Kopfschmerzen. Wir beauftragten eine Technikerin, die als Ursache die Belüftung erkannte, die ständig die gleiche verbrauchte Luft umwälzte. Aber was war in der Luft? Wahrscheinlich Formaldehyd, sagte sie uns. Aus der Appretur der im Keller gelagerten Baumwollkleidung. Formaldehyd? Also gaben wir eine Untersuchung über konventionelle Baumwolle in Auftrag und entdeckten, dass der Baumwollanbau durch seine Pestizide mit den größten Schaden in der ganzen Landwirtschaft anrichtet. Nach dieser Erkenntnis konnten wir nicht länger konventionelle Baumwolle für unsere Kleidung verwenden. 1996 stellten wir auf Bio-Baumwolle um.

Und wenn der Stein erst im Rollen ist, lässt er sich nicht mehr aufhalten. „Bewusst leben,“ sagt der Patagonia-Gründer Yvon Chouinard, „kann ganz schön lästig sein.“ Nach der Baumwolle überprüften wir alle Stufen der Lieferkette und was dort in unserem Auftrag geschieht – vom Anbau über die Stoffe bis zum fertigen Kleidungsstück. Wir ermittelten die ökologische Belastung durch einzelne unserer Kleidungsartikel und veröffentlichten sie in den Footprint Chronicles®. Wir arbeiteten mit einem unabhängigen Prüfer und stellten eine Fachkraft für unternehmerische Sozialverantwortung an, um korrekte Arbeitsbedingungen und Entlohnung für jeden, der an einem Patagonia-Produkt arbeitet, festzulegen. Wir lernten, wie man Fleece-Jacken aus recycelten Plastikflaschen herstellen kann und dann, wie man Fleece-Jacken aus Fleece-Jacken herstellt. Wir überprüften die Verwendung des Papiers für unsere Kataloge, die Herkunft unseres elektrischen Stroms und den Erdölverbrauch für unsere Fahrt zur Arbeit. Wir unterstützten unsere Mitarbeiter weiter mit Krankenversicherungen, Mutter- bzw. Vaterschaftsurlaub und Zuschüssen zur Kinderbetreuung und wir finanzierten Praktika bei gemeinnützigen Umweltgruppen. Seit vielen Jahren spenden wir ein Prozent unseres Umsatzes für Umweltgruppen. Diese Spende geschieht nicht aus purer Wohltätigkeit. Sie gehört vielmehr zu den Geschäftskosten und ist Teil der Bemühungen, unsere Umweltbelastung (wenigstens teilweise) zu kompensieren und die Welt zu bewahren, auf die unsere Firma, unsere Mitarbeiter und unsere Kunden angewiesen sind. Nachdem Patagonia viele Jahre lang Geld an Umweltschützer gespendet hatte, kam uns der Gedanke, dass wir statt nur unseren Gewinn zu teilen auch unsere Zeit und Arbeitskraft investieren können.

Der Wachstums- und Konsumrausch unserer Zeit ist die Ursache vieler Probleme, mit denen Patagonia zu kämpfen hat. Wir haben diese Probleme unter die Lupe genommen und am Black Friday 2011 eine Anzeige geschaltet mit der Überschrift “Don’t Buy This Jacket”.

Letzten Endes wird Patagonia vielleicht nie eine vollkommen verantwortliche Firma sein. Es ist ein langer Weg und niemand hat einen konkreten Fahrplan – aber wir haben gelernt, uns im Gelände zu orientieren und einen Schritt nach dem anderen zu machen.

Living with Limited Resources

Mit begrenzten Ressourcen leben
Wir messen uns daran, wie weit wir unsere Umweltbelastung reduzieren können. Dies verlangt einen ganzheitlichen Ansatz, der alle Geschäftsaspekte umfasst, darunter auch den Einsatz von Ressourcen für Firmengebäude und -einrichtungen.

E-Fibers

E-Fasern bezeichnet Produkte aus umweltfreundlichen Stoffen: Bio-Baumwolle, Tencel® Lyocell, Hanf, chlorfreie Wolle, Recycling-Polyester und Recycling-Nylon. Weitere Infos erhalten Sie hier.

Employee Activism

Unsere Mitarbeiter setzen sich ein
Dank seiner weltweiten Tätigkeit bietet Patagonia seinen Mitarbeitern interessante Gelegenheiten zur Unterstützung von Umweltgruppen. Weitere Infos über einige davon finden Sie hier.

The Responsible Company: What We’ve Learned From Patagonia’s First 40 Years by Yvon Chouinard & Vincent Stanley

Verantwortungsvolle Unternehmensführung: Was wir aus 40 Jahren Patagonia gelernt haben, von Yvon Chouinard und Vincent Stanley
Basierend auf ihrer vierzigjährigen Erfahrung bei Patagonia und Einblicken in die aktuellen Bemühungen anderer Firmen formulieren Yvon Chouinard, Gründer und Inhaber von Patagonia, und Vincent Stanley, Mitredakteur der Footprint Chronicles, die Prinzipien verantwortungsvoller Unternehmensführung in unserer Zeit.

The Responsible Company at Yale University, September 2013

Verantwortungsvolle Unternehmensführung an der Universität Yale, September 2012
Unterstützt von der Yale Divinity School, der School of Management und der School of Forestry & Environmental Studies
Leiter: Bob Massie

Yale Center for Business and the Environment

Yale Center for Business and the Environment
Leiter: Pavan Sukhdev