Um eine artgerechte Tierhaltung zu gewährleisten, verwendet Patagonia für seine Daunenprodukte nur noch Daune mit 100% Herkunftsnachweis

Ab Herbst 2014 enthalten alle Patagonia Daunenprodukte ausschließlich Daune mit lückenlosem Herkunftsnachweis. Das heißt, dass die Daune darin zu Vögeln zurückverfolgt werden kann, die niemals zwangsgefüttert oder lebend gerupft wurden. Der Traceable Down Standard bietet die bislang höchste Sicherheit für artgerechte Tierhaltung in der Bekleidungsindustrie. Wir arbeiten seit 2007 daran und sind die einzige Marke, die das geleistet hat.

Da wir den Tierschutz in der ganzen Branche verbessern wollen, teilen wir unsere Erfahrungen mit Daunenlieferanten und anderen Marken, die Daune verwenden. Als 2013 unsere ersten Produkte aus Daune mit 100% Herkunftsnachweis auf den Markt kamen, haben wir unsere Erkenntnisse auf Konferenzen der Outdoor Industry Association, der American Apparel and Footwear Association und auf der ISPO weitergegeben. Außerdem arbeiten wir eng mit der internationalen Tierschutzorganisation Vier Pfoten zusammen, deren Kampagne gegen Tierquälerei in der Daunenproduktion uns damals dazu veranlasst hat, unsere eigene Daunen-Lieferkette zu überprüfen. Vier Pfoten hat unsere Bemühungen für den Tierschutz in der Daunenerzeugung tatkräftig unterstützt. Wir arbeiten weiter mit dieser Organisation und anderen Interessengruppen zusammen, um den Tierschutz in der ganzen Branche zu verbessern.

Oft werden wir gefragt, wie wir sicherstellen können, dass jedes der Tiere artgerecht behandelt wird. Dies ist nur möglich, indem man jedes einzelne Glied der Lieferkette überprüft.

Wir beginnen mit einer Kontrolle der Elterntierhaltung, von der die Eier stammen. Dort ist das Risiko für Lebendrupf am höchsten, da die Tiere dort bis zu vier Jahre lang gehalten werden. Auch wenn wir keine Daune von diesen Tieren beziehen, fühlen wir uns für ihr Wohlergehen mitverantwortlich, da sie ein wesentlicher Bestandteil unserer Lieferkette sind. Hier unterscheiden wir uns von anderen Marken, die sich ebenfalls um den Tierschutz kümmern.

Die Eier aus der Elterntierhaltung werden zu anderen Farmen gebracht, auf denen die Küken für die Fleischproduktion aufgezogen werden. Wir kontrollieren auch diese Betriebe, um eine artgerechte Tierhaltung sicherzustellen. Daune ist ein Nebenprodukt der Nahrungsmittel-Industrie und wir kaufen ausschließlich Daune von Schlachtbetrieben. Die Daune der für die Fleischerzeugung geschlachteten Gänse verfolgen wir weiter durch Reinigungs-, Sortier- und Verarbeitungsanlagen, um ihre Rückverfolgbarkeit und die klare Trennung von Daune ohne Herkunftsnachweis sicherzustellen. Unsere Kontrollen setzen sich über alle Etappen bis zur Bekleidungsfabrik fort, wo wir uns vergewissern, dass unsere Daune nicht mit der anderer Marken vermischt und ausschließlich für Patagonia-Kleidung verwendet wird.

Das ist eine Menge Aufwand. Aber nur so können wir gewährleisten, dass jeder Vogel, von dem unsere Daune stammt, artgerecht behandelt wurde.

Als wir diesen Weg eingeschlagen haben, war uns klar, dass wir Unterstützung von unabhängiger Seite benötigen, um die artgerechte Haltung in unserer Lieferkette zu prüfen und zu sichern. Dazu arbeiten wir mit den Experten für Rückverfolgbarkeit der Firma Arche Advisors zusammen.

Der Herbst 2014 markiert für uns ein wichtiges Etappenziel. Die artgerechte Tierhaltung, die unsere Daune mit lückenlosem Herkunftsnachweis gewährleistet, ist das Ergebnis Tausender von Arbeitsstunden unserer Manager und Designer, der Material- und Beschaffungsabteilungen, der Zulieferer und unseres Social Responsibility Teams. Es war weder einfach noch billig, dieses Ziel zu erreichen und wir mussten dazu unsere Strategie und Geschäftsabläufe umgestalten. Doch Produkte herzustellen, in denen Sie sich guten Gewissens warm halten können, ist eine Leistung, auf die wir stolz sind.

Im Bemühen, Tierschutzbelange weiter umzusetzen, kooperieren wir bei der Kontrolle unserer Daunen-Lieferkette mit NSF International. Diese gemeinnützige Organisation für Standards und Zertifizierungen hilft uns, bis 2015 eine generelle Zertifizierung unserer Daune mit lückenlosem Herkunftsnachweis zu erreichen. Außerdem werden wir weiter mit anderen in der Daunenindustrie an der Entwicklung eines einheitlichen Standards arbeiten. Kurzfristig bedeutet dies eine Zusammenarbeit mit Vier Pfoten, der European Outdoor Group und dem Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie um die bestehenden Standards zu bewerten, und mit dem Textile Exchange Lenkungsausschuss, um den Daunenstandard weiter zu verbessern.


Chronologie unserer Maßnahmen


Wir nehmen Daunenkleidung in die Patagonia-Kollektion auf, prüfen aber noch nicht, woher unsere Gänsedaune stammt.


Im Zuge einer Umweltverträglichkeitsprüfung unserer Materialien befassen wir uns auch mit der Daune. Dabei stellen wir fest, dass Mastgeflügel generell (nicht nur Gänse) weltweit unter unwürdigen Bedingungen gehalten wird. Dazu gehören u.a. Käfighaltung, Schnabelkürzung, Zwangsfütterung und auf der Umweltseite die Verschmutzung von Luft und Wasser. Wir überschütten unseren Daunenzulieferer mit Fragen und erhalten detaillierte Auskünfte. Um die Angaben zu überprüfen, schicken wir unseren Spezialisten für ökologische Materialien zu einer Kontrolle einer Gänsefarm nach Ungarn. Er informiert sich darüber, wie die Gänse gehalten werden, welche Chemikalien der Betrieb verwendet und wie die Gänse geschlachtet werden.

Unser Zulieferer versichert, dass die Daune nicht von zwangsgefütterten Gänsen stammt, was sich später als falsch herausstellt. Wir erfahren, dass ein Teil unserer Daune von Schlachtgänsen stammt und ein anderer während der Mauser gewonnen wird. Ein Professor für Agrarwissenschaften, den wir zurate ziehen, versichert uns, dass die Gewinnung von Daunen und Federn während der Mauser für die Gänse schmerzlos ist. Mit diesen Informationen ausgestattet, versuchen wir, die Auswirkungen der Produktion eines Patagonia Down Sweaters auf unserer Footprint Chronicles Website zu dokumentieren.


Da wir inzwischen wissen, dass das Rupfen lebender Gänse für die Tiere schmerzhaft ist, verlangen wir von unserem Zulieferer die Gewähr, dass alle Daune für Patagonia-Produkte ausschließlich von geschlachteten Gänsen stammt und keinen Lebendrupf enthält. Man erklärt uns, dass die Daune zwangsgefütterter Gänse ölig und minderwertig sei und daher nicht an uns geliefert werde. Die Zwangsfütterung scheint unsere Produkte also nicht direkt zu betreffen.


Im Dezember beschuldigt uns die deutsche Tierschutzorganisation Vier Pfoten, Lebendrupf-Daune zu verarbeiten, was wir zurückweisen. Doch während der Auseinandersetzung erfahren wir durch Ermittlungen der Tierschützer, dass die Graugänse in Ungarn, von wo wir unsere Daune beziehen, regelmäßig zwangsgefüttert werden, um Foie gras zu produzieren. Die Zwangsfütterung ist in vielen europäischen Ländern verboten, aber in Frankreich und Ungarn noch erlaubt.


Wir wollen die Fakten vor Ort überprüfen und schicken unseren Direktor für Sozial- und Umweltverantwortung, unseren Direktor für Materialentwicklung und unseren Spezialisten für ökologische Materialien zu Nachforschungen nach Ungarn. Sie machen zwei Reisen: eine im Februar und eine im August, begleitet von führenden Vertretern unseres Daunenzulieferers. Die Gruppe besucht eine repräsentative Auswahl von Stationen der gesamten Lieferkette für weiße und graue Daune: von der Elterntierhaltung (die die Eier liefert), über Zuchtstationen bis zu Schlachthäusern und Daunenverarbeitern.

Die Zulieferer sind offen und hilfsbereit, doch was wir feststellen, gefällt uns gar nicht. Vier Pfoten hat in einem Punkt Recht: Wir verarbeiten Daune von Gänsen, die für die Erzeugung von Fleisch und Foie gras gehalten werden. Hingegen sind in den inspizierten Teilen der Lieferkette keine Anzeichen auf Lebendrupf erkennbar. Außerdem prüfen wir, ob die besuchten Schlachthöfe die Gänsefarmen vertraglich zum Verzicht auf Lebendrupf verpflichten, und darauf achten, dass sie keine lebend gerupften Vögel kaufen. Dies wird durch gelegentliche Kontrollen der Gänsefarmen bestätigt.

Dank der ungarischen Nahrungsmittelgesetze ist die Produktkette zwischen Gänsefarm und Schlachthaus gut dokumentiert und rückverfolgbar. Zwischen Schlachthaus und Daunenaufbereitung hingegen ist sie nicht immer so lückenlos. Um Daune aus Lebendrupf in unseren Produkten sicher ausschließen zu können, schaffen wir ein verbessertes System zur Dokumentation sowie zur Kennzeichnung und Trennung auf allen Stufen der Lieferkette bis hin zur Näherei.

Außerdem beginnen wir nach anderen Lieferketten zu suchen, in denen Lebendrupf und Zwangsfütterung verboten sind. Unser Team für Materialbeschaffung reist nach Polen, um potenzielle Daunenquellen zu ermitteln und wir akzeptieren einen Lieferanten (mit begrenzter Kapazität) für eine Auswahl unserer Modelle.


Wir lassen unsere neue Lieferkette für weiße Gänsedaune in Polen durch ein unabhängiges Produktketten-Audit prüfen und stellen eine Expertin für Rückverfolgbarkeit ein, die gemeinsam mit der International Down and Feather League eine dreimonatige Untersuchung einleitet. Es geht uns darum, verschiedene Systeme zur Rückverfolgung zu bewerten und die Einhaltung der Tierschutzvorschriften zu prüfen. Beides ist eng verknüpft und gleichermaßen wichtig, um zuverlässige Angaben zu den Inhaltsstoffen eines Produkts machen zu können.
Im Laufe der drei Monate inspizieren die Prüfer sieben Tage lang ein Dutzend verschiedener Betriebe, darunter einen Hersteller von Daunenkleidung in China, eine US-Firma zur Aufbereitung der Daune sowie verschiedene weitere Verarbeiter, Schlachthäuser und Farmen (darunter eine Elterntierhaltung) und einen Brutbetrieb. Dabei vergleichen unsere Prüfer die Tierschutz-Praxis mit dem Patagonia Daunenstandard vom August 2012 und den Tierschutzgesetzen der EU und der einzelnen Staaten. Um die Zuverlässigkeit der Herkunftsnachweise zu prüfen, achtet unsere Expertin auf die Kriterien guter Rückverfolgbarkeit (Dokumentation, Kennzeichnung und Daunen-Trennung) und auf die Managementsysteme. Die Zuverlässigkeit des Systems prüft sie mit den bewährten Methoden für Lieferketten-Audits: Prüfung der Dokumente, Kontrollen vor Ort und Befragung der Mitarbeiter.

Für jede Phase und jedes Land erhalten wir Berichte. Neben der zusammenfassenden Beurteilung enthalten sie eine Analyse der Stärken und Schwächen des Rückverfolgungssystems sowie eine Bewertung der Tierschutz-Standards und der Verfahren zur Herkunftskontrolle. Ein Schlussbericht fasst alle einzelnen Inspektionen zusammen und erteilt eine abschließende, quantitative Bewertung für die Verfahren zur Herkunftssicherung und für Tierschutz/Lebendrupf/Zwangsfütterung.

Unseres Wissens hat kein anderes Unternehmen seine Lieferkette mit so viel Aufwand überprüft.


Wir erhalten die Ergebnisse unseres Audits, die besagen, dass in unserer Lieferkette für weiße Gänsedaune „keine Anzeichen für Lebendrupf oder Zwangsfütterung“ erkennbar sind. Weiterhin bestätigt das Audit „eine zuverlässig rückverfolgbare Dokumentationskette, angemessene Kennzeichnung und Trennung mit Verbesserungsmöglichkeiten in einigen wenigen Bereichen.“ Um Rückverfolgbarkeit und Tierschutz in unserer Daunenlieferkette weiter zu optimieren, arbeiten wir an der Umsetzung aller Empfehlungen des Berichts. Zudem entwickeln wir ein Prüfverfahren für unsere Daunenlieferanten, das auf der Produktketten-Kontrolle und den daraus entstandenen Bewertungsinstrumenten basiert.

Patagonia hat sich bei Problemfällen stets um Verbesserungen in der Lieferkette bemüht und wir sind zuversichtlich, dass dies auch bei der Daune gelingen wird. In diesem Bestreben sind ab Frühjahr 2013 alle Produkte der Ultralight Down Kollektion mit weißer Gänsedaune gefüllt, die nach Prüfung durch einen unabhängigen Experten weder aus Lebendrupf noch von zwangsgefütterten Gänsen stammt. Dieses Angebot wollen wir jede Saison ausbauen und zugleich eine Daunen-Lieferkette mit Herkunftsnachweis (Traceable Down) auf Basis unserer Tierschutzvorschriften aufbauen.


Ab Herbst 2014 enthalten alle Patagonia Daunenprodukte ausschließlich Daune mit lückenlosem Herkunftsnachweis. Das heißt, dass die Daune darin zu Vögeln zurückverfolgt werden kann, die niemals zwangsgefüttert oder lebend gerupft wurden. Der Traceable Down Standard bietet in der Bekleidungsindustrie die beste Gewähr für eine artgerechte Tierhaltung. Wir arbeiten seit 2007 daran und sind die einzige Marke, die das geleistet hat.


Im Bemühen, Tierschutzbelange weiter umzusetzen, kooperieren wir bei der Kontrolle unserer Daunen-Lieferkette mit NSF International. Diese gemeinnützige Organisation für Standards und Zertifizierungen hilft uns, bis 2015 eine generelle Zertifizierung unserer Daune mit lückenlosem Herkunftsnachweis zu erreichen. Außerdem werden wir weiter mit anderen in der Daunenindustrie an der Entwicklung eines einheitlichen Standards arbeiten. Kurzfristig bedeutet dies eine Zusammenarbeit mit Vier Pfoten, der European Outdoor Group und dem Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie um die bestehenden Standards zu bewerten, und mit dem Textile Exchange Lenkungsausschuss, um den Daunenstandard weiter zu verbessern.

In der Zwischenzeit gelten weiter die Maßnahmen, die Patagonia seinen Kunden ursprünglich vorgestellt hat. Für Veganer, die Lederschuhe und Daunenkleidung ablehnen, bietet Patagonia Alternativen ganz ohne tierische Produkte. Zudem bieten wir als Alternative weiterhin hochwertige Kleidung mit Synthetik-Isolierung. Wir danken Ihnen für Ihr Interesse. Mit fortschreitender Entwicklung werden wir diese Diskussion fortsetzen.