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Gulf Oil Spill Response
Fotos: Elizabeth Tinglof


7 Wochen, 7 Orte, 70 Mitarbeiter
Patagonias Reaktion auf die Ölkrise im Golf von Mexiko

Ölverklebte Pelikane, teerschwarze Strände, der sich immer weiter ausdehnende Ölteppich auf dem normalerweise blauen Wasser des Golf von Mexiko – Patagonias Finanzdirektorin Rose Marcario hatte genug gesehen. „Was unternehmen wir?“ fragte die New Yorkerin rundheraus.

Patagonia hatte kein Budget für dieses unvorhergesehene Desaster eingeplant, aber die Situation im Golf war düster. Und jeder Patagonia Mitarbeiter, der sich für die Umwelt engagieren möchte, wird ermutigt, dies zu tun - oft in seiner Arbeitszeit und mit der Unterstützung des Unternehmens.

Rose steckte mit Lisa Pike-Sheehy, der Leiterin der Umwelt-Abteilung, die Köpfe zusammen, um einen Plan zu entwickeln, den CEO Casey Sheahan umgehend bewilligte. Rose sendete als nächstes eine E-Mail an die Patagonia Vizepräsidenten mit der Bitte darum, ihre Budgets nach verfügbaren Geldern für einen speziellen Golf Fonds zu durchsehen.

Die Vizepräsidenten schafften es, über unser eingeplantes Umweltschutz-Budget hinaus einen Betrag von 300 000 $ zur Verfügung zu stellen. Zwei Drittel davon wurden zur Notfall-Finanzierung ausgegeben und unter den Organisationen Louisiana Bucket Brigade, Skytruth, Southwings, Gulf Restoration Network, Save Our Gulf: Gulf Waterkeepers, Gulf Coast Fund, Sea Turtle Conservancy, Gulf Future und Natural Resources Defense Council verteilt.

Die erste Gruppe von Mitarbeitern erreichte Louisiana in der vollen Hitze des Juli 2010, um mit der Louisiana Bucket Brigade zu arbeiten, einer Umwelt-, Gesundheits- und Rechtsorganisation mit Sitz in New Orleans.

Patagonia zog nicht los, um das Öl aufzuwischen; das war der Job von BP. Unsere Mitarbeiter gingen in den Gemeinden von Südost-Louisianas Küstenbezirken von Tür zu Tür, um die Anwohner danach zu fragen, welche Auswirkungen der Ölkrise sie auf die gesellschaftliche Gesundheit, das kulturelle Leben und ihre finanzielle Situation wahrnehmen. Wir wurden auf die typisch herzliche, südstaatliche Weise empfangen, nebst einigen unglücklichen Zwischenfällen mit Hundebissen, Dehydration und selbstverschuldeten DEET-Vergiftungen.

„Ich habe so etwas noch nie vorher getan”, schrieb Naomi Helbling, eine Mitarbeiterin des Seattle Stores, nach ihrem fünftägigen Einsatz in Empire, Louisiana. „Das Gefühl war unbeschreiblich, als ich eine lange, freiliegende Auffahrt zu der Tür eines völlig Fremden entlang ging, um zu fragen: Wie hat sich die größte Ölkatastrophe der Welt auf die Gesundheit und das Auskommen deiner Familie ausgewirkt?“

Die Bucket Brigade wollte die Folgen des Ölteppichs dokumentieren, weil sie aus dem Ölunglück in Alaska im Jahr 1989 gelernt hatte, als der Tanker Exxon Valdez den Prince William Sound mit 10,8 Millionen Gallonen Rohöl verschmutzt hatte. Das Fehlen detaillierter Informationen zu den Auswirkungen des Desasters hatte die Beseitigung der Schäden, die Einwohner und Ressourcen durch den Ölteppich erlitten hatten, erschwert.

„Die Untersuchung der Bucket Brigade war der erste und einzige Versuch, vor Ort im Golf Information zu sammeln“, schrieb Shannon Dosemagen von der Bucket Brigade. „Ohne Patagonias Unterstützung und den ehrenamtlichen Einsatz der Mitarbeiter hätte sie nicht durchgeführt werden können.“

Die Bucket Brigade kombinierte die Informationen, die wir in unseren 954 Befragungen gesammelt hatten, mit Augenzeugenberichten der Golf-Bewohner bezüglich Gerüchen, Teerklumpen, mysteriösem Husten, etc. Auf dieser Grundlage erstellte die Gruppe eine web-basierte Karte der Ölkatastrophe.

Die Karte, die in Partnerschaft mit der Tulane Universität konzipiert wurde, visualisiert die Folgen des Ölteppichs. Zugänglich über die Website der Bucket Brigade stellt sie eine direkte Informationsquelle dar für NGOs, Regierungsbehörden, nationale und lokale Naturschutz-Organisationen und die Öffentlichkeit.

Die Karte bewies einen unschätzbaren Wert bei der Verfolgung und Dokumentation der Auswirkungen des Ölteppichs über Zeit und Ort hinweg. Ihre Inhalte sorgen nicht nur für eine größere Transparenz des Desasters, sondern hoffentlich auch für eine höhere Haftungsübernahme durch die Verantwortlichen.

The Cleanest Line

Lesen Sie auf unserem Blog über die Erfahrungen der freiwilligen Helfer von Patagonia.

Klicken Sie hier für Informationen über Gruppen, die sich im Golf engagieren.