DAVE N. CAMPBELL

Kooperation mit den verarbeitenden Betrieben

Patagonia führt eine ganze Reihe sorgfältiger Prüfungen durch, um faire und sichere Arbeitsbedingungen bei seinen Zulieferern zu gewährleisten.

Hier einige der wichtigsten Instrumente:

Verhaltenskodex am Arbeitsplatz

  • Grundpfeiler unsres Programms für soziale und ökologische Verantwortung ist unser Verhaltenskodex am Arbeitsplatz zusammen mit den entsprechenden Benchmark Dokumenten. Unser Kodex basiert auf den zentralen Arbeitsnormen der International Labor Organization (ILO) und verlangt die Einhaltung aller Landesgesetze am jeweiligen Produktionsort.
  • Wir haben ihn geschaffen, damit alle Zulieferer ein klares Bild von unseren Erwartungen haben. Patagonia bemüht sich selbst immer wieder um bewusstes, verantwortliches Handeln und bessere soziale und ökologische Bedingungen. Und wir wollen auch unsere Zulieferer dazu motivieren.
  • Unser Verhaltenskodex umreißt unsere Grundsätze in folgenden Bereichen: Zwangsarbeit, Kinderarbeit; Belästigung, Missbrauch und Gewalt; Gesundheit und Sicherheit; gewerkschaftliche und Tariffreiheit; Löhne und Sozialleistungen; Arbeitszeit; Überstundenvergütung; Rechte von Frauen, Behinderten und ethnischen Minoritäten; Umweltschutz; Qualität; Subunternehmertum und Einhaltung der Gesetze.

Fair Labor Association (FLA)

  • Da wir FLA-Mitglied sind, wird jedes Jahr eine Zufallsauswahl unserer Firmen unangekündigt überprüft, um die Effizienz unserer eigenen Unternehmensprüfungen zu bewerten und um uns beim Erkennen von Problemen zu unterstützen. Die Ergebnisse werden auf der FLA Website veröffentlicht.
  • Die FLA kontrolliert auch stichprobenartig die Social/Environmental Responsibility-Abteilung in unserer Firmenzentrale und ihre Programme. Wir müssen die Principles of Fair Labor and Responsible Sourcing der FLA einhalten und werden auf deren Einhaltung überprüft. Außerdem kontrolliert die FLA unsere Betriebsakten und Prüfberichte, unsere Korrekturprogramme, unsere internen Betriebsschulungen sowie weitere Aktivitäten mit nicht-staatlichen Organisationen. Die letzte Kontrolle hat im Juni 2010 stattgefunden. Die Akkreditierung muss alle drei Jahre erneuert werden.

Neue Betriebe

  • Der Direktor unserer SER Abteilung arbeitet bei der Vergabe von Aufträgen an neue Betriebe gleichberechtigt mit den Abteilungen für Sourcing und Qualitätskontrolle zusammen und hat dabei ein volles Vetorecht.
  • Unser SER Personal überprüft alle neuen Betriebe sorgfältig darauf, ob sie die sozialen und ökologischen Vorgaben der Landesgesetze, die Tarifverträge (sofern es solche gibt) sowie unseren Verhaltenskodex und die detaillierten Code of Conduct Benchmarks erfüllen. Wo die Bestimmungen nicht einheitlich sind, richten wir uns nach denen, die den Interessen der Arbeitnehmer am besten entsprechen. Außerdem bewerten wir das SER Management der jeweiligen Firma und schulen ihre Mitarbeiter über unseren Verhaltenskodex und andere programmatische Anforderungen.
  • Die Vorprüfungen übernimmt entweder unser SER Personal oder ein renommiertes, unabhängiges Prüfungsbüro. Sie umfassen ein komplettes Sozialaudit einschließlich einer Lohnanalyse und Befragungen der Arbeiter in der Landessprache. Wir lehnen die Zusammenarbeit mit jeder Firma ab, in der wir Zwangs- oder Kinderarbeit, Missbrauch, Schikanierung, Diskrimination oder andere nicht akzeptierbare Praktiken feststellen. Bei den Kontrollen zeigen sich meist nur weniger gravierende Abweichungen von unserem Verhaltenskodex. Ehe wir unseren ersten Auftrag erteilen, muss sich die Firma zur Behebung aller Mängel verpflichten.

Alle Betriebe

  • Unser SER-Team besucht die Unternehmen regelmäßig – einerseits für Kontrollen und um sicherzustellen, dass beanstandete Mängel behoben wurden, andererseits aber auch für Schulungen und Beratung bzw. um bei der Lösung bestimmter SER-Probleme zu helfen.
  • Wir ermitteln die Mindest- und Standardlöhne aller Länder, in denen wir produzieren lassen, und drängen bei unseren Verhandlungen mit allen Zulieferern auf höhere, faire oder existenzsichernde Löhne. Dank unserer Sozialaudits, regelmäßiger Firmenbesuche durch unser Personal und Kontrollen seitens der FLA bezahlen schon viele unserer Zulieferer zumindest einen Teil ihrer Belegschaft über dem Mindestlohn. Wir bemühen uns um eine angemessene Bezahlung für alle, die an unseren Produkten mitarbeiten.
  • 2010 haben wir 90% unserer Zulieferer einer Sozial- und Umweltprüfung unterzogen. Das schließt auch Subunternehmen mit ein, die unsere Zuschneider und Nähereien beliefern. Entweder wir führen die Kontrollen selbst durch oder wir beauftragen ein unabhängiges Büro damit. Um eine Überforderung durch zu viele Kontrollen zu vermeiden, arbeiten wir auch mit anderen Marken zusammen oder nutzen Prüfungsberichte zuverlässiger Quellen auf Basis der Fair Factories Clearinghouse Datenbank (s.u.) oder von Informationen der Firmen selbst. Patagonia bezahlt alle direkt veranlassten Sozialaudits.
  • Alle festgestellten Mängel müssen möglichst rasch behoben werden. Falls die Probleme eine genauere Analyse erfordern, beauftragen wir ein örtliches Fachbüro mit der Erforschung der Ursachen und erwägen dann, gemeinsam mit der Firma ein längerfristiges, intensives Abhilfe- und Kontrollprogramm durchzuführen.
  • Wenn wir eine Firma zu Schulungen, Fortbildungen oder einem kontinuierlichen Verbesserungsprogramm verpflichten, dann übernehmen wir die Kosten dafür entweder ganz oder teilweise. Je nach Komplexität des Problems können diese Maßnahmen zwischen einem Monat und einem Jahr erfordern.
  • Unsere SER Mitarbeiter bewerten die einzelnen Betriebe, um intern und für die Zulieferer deutlich zu machen, wo auf der Skala unternehmerischer Verantwortung sie sich befinden – von der Einhaltung elementarer Grundsätze bis zum Vorbild für andere. Das interne Bewertungssystem basiert auf Instrumenten der Fair Labor Association und der Sustainable Apparel Coalition. Es sensibilisiert die Zulieferer und dokumentiert unsere Vorgaben für fortgesetzte, langfristige Verbesserungen im sozialen Bereich.
  • Unsere Offenlegung gemäß dem kalifornischen Gesetz über die Transparenz von Lieferketten (SB 657) enthält Informationen darüber, wie wir unsere Firmen auf alle Formen von Zwangsarbeit überprüfen – darunter auch Menschenhandel und Sklaverei.

Multi-Stakeholder Initiatives (MSIs)

  • Wir sind voll anerkanntes Gründungsmitglied der Fair Labor Association.
  • Wir beteiligen uns am Better Work Programm der International Labour Organization in Vietnam und Jordanien. Außerdem nehmen wir wo immer möglich auch an anderen Multi-Stakeholder Initiativen teil (in der Vergangenheit u.a. an FLA 3.0 und JO-IN).
  • Wir sind Mitglied der Fair Factories Clearinghouse (FFC). Sie liefert uns unabhängige Prüfberichte unserer Betriebe und wir stellen ihr unsere Prüfberichte zur Verfügung, damit andere Marken sie nutzen können. Außerdem arbeiten wir im Bereich der Fabrik-Audits und weiterer Spezialprüfungen regelmäßig mit einer Reihe anderer Marken zusammen.

Transparenz

  • Unsere Footprint Chronicles dokumentieren die sozialen und ökologischen Auswirkungen unserer Produkte und Fertigungsverfahren.
  • Wir veröffentlichen eine vollständige Liste unserer Vertragsfirmen auf unserer Website.
  • Wir veröffentlichen unseren Verhaltenskodex und den Code of Conduct Benchmarks auf unserer Website.