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Port of Oakland
COURTESY OF THE PORT OF OAKLAND

Ein Hafenwechsel, der sich auszahlt

Oft macht es sich bezahlt, alte Gewohnheiten kritisch zu überprüfen. Dank der längst überfälligen Prüfung unserer Transportwege im Jahr 2011 und einem Wechsel des Zielhafens konnten wir $324.000 einsparen, den betreffenden CO2-Ausstoß um 31% verringern und in einigen Punkten deutlich effizienter arbeiten. Und das alles in nur 10 Monaten.

Hier einige Hintergrund-Informationen.

Über 60% unserer Kleidung und Ausrüstung werden in Asien hergestellt. Wenn ein Betrieb seinen Auftrag fertiggestellt hat, vereinbart unser Spediteur eine Abholung und lässt den Container zum nächstgelegenen Hafen verschiffen. Von Haiphong, Shanghai, Manila und einer Reihe weiterer Hafenstädte gelangen die Container mit Patagonia-Produkten per Schiff nach Kalifornien.

Als wir noch ein kleineres Unternehmen waren, befand sich unser Vertriebszentrum in Ventura, Kalifornien, bei unserer Firmenzentrale. Die Produkte aus Asien wurden zum Hafen von Los Angeles/Long Beach verschifft. Dort wurden sie entladen und auf Lastwagen rund 160 km zu unserem Lager an der Colt Street transportiert.

Doch nach ein paar Jahren wurde das Lager an der Colt Street zu klein und 1996 errichteten wir ein neues Vertriebszentrum in Reno, Nevada. Obwohl Reno 837 km vom Hafen Los Angeles/Long Beach, dem größten Hafen der USA, entfernt ist, wurden unsere Waren weiter dorthin verschifft. Dafür gab es gute Gründe wie die lang bewährte Zusammenarbeit mit dem Hafen von LA, günstige Hafengebühren, zahlreiche Schiffsverbindungen und die Flexibilität von drei Straßenrouten nach Reno, für den Fall, dass eine der Strecken wegen schlechten Wetters oder aus anderen Gründen nicht passierbar sein sollte.

Allerdings haben lange Straßentransporte im Vergleich zum Seeweg auch ihre Nachteile. Sie sind teurer und verursachen 4-7fach höhere CO2-Emissionen. Die LKW-Fahrer müssen nach 10 Stunden hinter dem Steuer eine 11stündige Pause einlegen, was die Lieferung verzögern kann. Lastwagen haben öfter eine Panne. Für eine komplette Ladung mussten wir oft mehrere Lieferungen miteinander mischen, was die Auslieferung ebenfalls verzögerte und die Arbeit für das Lagerhaus komplizierter machte. Mehrmals wurden sogar ganze Lieferungen unterwegs gestohlen, während die Fahrer ihre Sattelzüge für die Nacht geparkt hatten.

Also haben wir 2011 unseren in Seattle ansässigen Spediteur Expeditors® mit einer Überprüfung beauftragt. Der Berater teilte uns mit, dass wir durch eine Verlegung des Zielhafens von Los Angeles/Long Beach zum Hafen von Oakland (bei San Francisco) beträchtliche Einsparungen erzielen könnten. Diese Verlegung haben wir im Oktober 2011 durchgeführt.

Jetzt hat Expeditors® die Auswirkungen unseres Hafenwechsels für die zurückliegenden 10 Monate analysiert. (Die Daten für ein ganzes Jahr lagen noch nicht vor.) Die Spedition gelangte zu dem Ergebnis, dass wir 324.000 Dollar (überwiegend an Umlade- und Transportkosten) eingespart und unseren CO2-Ausstoß um 135 Tonnen bzw. 31% reduziert haben. Zudem müssen wir nicht länger mehrere Ladungen vermischen und die Fahrer können die 366 km bis Reno bequem in weniger als 10 Stunden bewältigen.

Von Oakland nach Reno gibt es zwar nur eine praktikable LKW-Strecke, die Interstate 80, die über den Donner Pass führt und im Winter bei schlechtem Wetter gesperrt sein kann. Aber sonst sind die Auswirkungen des Wechsels durchweg sehr positiv.

„Oft stellen die Firmen alte Gewohnheiten nicht in Frage, weil man es eben immer so gemacht hat,“ sagte Tony Ferguson, der für die US-Importe von Patagonia zuständig ist. „Die Verlegung unseres Importhafens von Los Angeles nach Oakland war kein Problem und hat sich wirklich bezahlt gemacht.“