Als Patagonia damit begann Wetsuits zu fertigen, zeigte sich rasch, dass Neopren verbessert werden musste, um seine Umweltbelastung zu reduzieren. Die Suche nach Alternativen ergab, dass man Neopren (Polychloropren) auch aus Kalkstein anstatt aus Erdöl herstellen kann. Die Reduzierung des Erdölverbrauchs schien ein richtiger Ansatz, doch auch Kalkstein ist ein nichterneuerbarer Rohstoff, der unter Einsatz schwerer Maschinen abgebaut wird und extreme Temperaturen erfordert, um die gewünschten chemischen Stoffe daraus zu gewinnen. Unter dem Strich waren die ökologischen Vorteile von Kalkstein im Vergleich zu Erdöl nur geringfügig. Sowohl aus Erdöl als auch aus Kalkstein gewonnenes Polychloropren belastet die Umwelt erheblich, sodass wir weiter nach einer Lösung suchen mussten.

Bei unseren ersten Kontakten mit Yulex produzierte die Firma ein Material, das Naturkautschuk sehr ähnlich war – und ganz anders als Neopren. Doch Yulex war daran interessiert, den außergewöhnlichen Eigenschaften der zähen Wüstenpflanze Guayule aus dem Südwesten der USA zum Durchbruch zu verhelfen. Gemeinsam starteten wir ein langfristiges Forschungs- und Entwicklungsprojekt, um aus Guayule-Kautschuk ein geeignetes Neoprenmaterial herzustellen.

Die Pflanze wird nicht 100% biologisch angebaut, erfordert aber erheblich weniger Chemikalien und Bewässerung als zum Beispiel Baumwolle. Außerdem absorbiert und bindet sie CO2 aus der Atmosphäre. Die Guayule-Wurzeln bleiben durchschnittlich vier Jahre im Boden, sodass Erosion und CO2-Freisetzung geringer sind als beim üblichen Anbau mit jährlichem Pflügen und Fruchtwechsel.

Nach langen Tests und Versuchen schien eine Kombination aus beiden Materialien die beste Lösung für den Start unserer neuen Produktlinie. Wir können zwar bei unseren Anzügen nicht ganz auf Polychloropren verzichten, aber die Umweltbelastung durch das Material dennoch erheblich reduzieren.

Im Gegensatz zu herkömmlichem Neopren aus Erdöl (oder Kalkstein) ist Guayule-Kautschuk ein erneuerbarer Rohstoff, der das fertige Produkt weicher und elastischer macht und rascher ersetzt werden kann, als das Produkt sich abnutzt. Der Anbau ist relativ umweltschonend und die Gewinnung und Verarbeitung erfordert wenig Energie und Chemikalien.

Sie basiert auf mechanischen Verfahren mit Wasser, einfachen Tensiden und Kaliumhydroxid. Das hauptsächlich anfallende Abfallprodukt dient als Düngemittel und das Abwasser kann ebenfalls zum Düngen genutzt oder gereinigt und wiederverwendet werden. Die Yulex-Herstellung erfordert weit weniger Energie als die Gewinnung und Verarbeitung von Neopren und seinen synthetischen Vorläufern.

Insgesamt – vom Anbau bis zur Verarbeitung – belastet Yulex® aus Guayule-Kautschuk die Umwelt deutlich weniger als das Polychloropren, das es ersetzt. Wir arbeiten weiter an ökologischen Verbesserungen und Innovationen bei der Herstellung von Wetsuits – nicht nur beim Material selbst, sondern auch beim Schäumen, Laminieren und der Endfertigung.