THEODORE KAYE

Fair Trade bringt Arbeiter dem Existenzlohn näher
Unser Angebot an Fair Trade Certified™ Modellen wächst von 33 auf 192

2015 haben wir unser Angebot an Fair Trade Certified™ Produkten von 33 im Frühjahr auf 192 im Herbst erhöht. Genäht werden sie von Arbeitern unseres ersten Fair Trade Partners, Pratibha Syntex in Indien, sowie von vier neu zertifizierten Betrieben in Sri Lanka und einem in Los Angeles, Kalifornien.

Dank dem Fair Trade Programm haben Pratibha Arbeiter allein durch uns 76.000 $ zusätzlich verdient. (Das entspricht dem Lohn von neun Tage für jeden Arbeiter.) Sie haben das Geld in Regenkleidung für die Monsunzeit investiert und prüfen jetzt andere Projekte, um dieses Jahr den Rest der Summe auszugeben.

Für jedes Fair Trade Certified Produkt, das Patagonia kauft, bezahlt die Firma einen Zuschlag. Das Geld fließt auf ein Konto, über das die Arbeiter direkt verfügen. Es ist für soziale, wirtschaftliche und ökologische Projekte gedacht, kann aber auch als Barvergütung ausbezahlt werden, um dem Existenzlohn näher zu kommen. Der Existenzlohn wird im Rahmen der Fair Trade Zertifizierung berechnet und ist unser erster Schritt zur Verbesserung der Lohnsituation in der Lieferkette.

Fair Trade ist eine von mehreren Initiativen, mit denen wir das Leben der Menschen verbessern wollen, die Patagonia-Produkte herstellen. Der marktorientierte Ansatz des Programms sichert den Arbeitern nicht nur eine angemessene Entlohnung, sondern trägt auch dazu bei, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und Kinderarbeit zu verhindern.
Ein weiterer wichtiger Aspekt von Fair Trade ist der Dialog. So hat die Betriebsleitung von Prathiba dieses Jahr durch das Fair Trade Komitee erfahren, dass die Arbeiter einen Teil ihrer Fair Trade Prämien für den Bau einer Küche verwenden wollen. Als sie erkannte, dass dies für die Belegschaft wichtig ist, finanzierte ihnen die Firma selbst eine neue Küche. Die Arbeiter waren begeistert und können ihre Lieblingsgerichte jetzt in einer modernen und hygienischen Küche zubereiten.

"Ich denke bis zu dem Gespräch mit den Arbeitern war sich die Firma gar nicht darüber im Klaren, dass dieses Bedürfnis besteht", sagte Thuy Nguyen, Leiterin der Abteilung für Umwelt- und Sozialverantwortung bei Patagonia, die das Fair Trade Programm betreut. "Der Dialog ist ein sehr wichtiger Aspekt bei Fair Trade."

Unsere Umwelt- und Sozialverantwortung endet nicht bei 192 Produkten. Derzeit sind wir im Gespräche mit Firmen in Thailand, Vietnam, Kolumbien und Mexiko, um sie bald für das Fair Trade Programm zu gewinnen und dadurch mehr Arbeiter, die unsere Produkte herstellen, einem Existenzlohn näher zu bringen. Unsere Betriebe spielen eine Schlüsselrolle, denn die Fair Trade Zertifikation verlangt von ihnen Engagement, Vertrauen und Transparenz.
Doch wie bei jedem neuen Programm gibt es auch Fragen und Bedenken. Die Betriebsleiter wollen wissen, wie die Arbeiter reagieren werden, was sie das Programm kostet und wie es sich auf die Produktion auswirkt. Thuy hat Verständnis für diese Sorgen. Doch sie ist überzeugt davon, dass die Vorteile durch bessere Arbeitsmoral, Mitarbeiterbindung und eine höhere Produktivität sie überzeugen werden.

Nach zwei Jahren als Fair Trade Betrieb ist Pratibha von dem Programm immer noch begeistert. Das belegt die folgende Mitteilung von Vijay Kumar Mennon, dem Beauftragten für Compliance Management bei Pratibha.

Darin heißt es: "Wir wollen den Vertretern des Fair Trade Programms und dem Patagonia-Team unseren tiefen und herzlichen Dank ausdrücken. Ihre motivierenden Bemühungen erfreuen alle Mitarbeiter, die um bessere Arbeitsbedingungen, Nachhaltigkeit und höhere Sozial- und Umweltstandards bemüht sind."

Patagonia ist eine von 800 Firmen, die Fair Trade Certified Produkte anbieten - und für uns war das Programm ein voller Erfolg. Wir freuen uns darauf, bald noch mehr Fair Trade Produkte anzubieten, damit noch mehr Arbeiter davon profitieren.

Näheres auf fairtradeusa.org