Geschichten unserer Kleidung
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Geschichten unserer Kleidung

Barbara Heinze

On The Road
Frühling 2016 Worn Wear Tour

Datum Zeit Veranstaltungsort Ort
Apr. 15
19.30 - 22.00
Patagonia München, Leopoldstraße 47, München
Apr. 16
8.00 - 17.30
Boulderwelt, Friedenstraße 22a, München
Apr. 18
11.00 - 18.00
Römerstraße 28, Stuttgart
Apr. 19
11.00 - 22.00
Kleiner Hirschgraben 3, Frankfurt
Apr. 20
11.00 - 21.00
Oskar-Jäger-Straße 173, Köln
Apr. 21
13.00 - 19.30
Ackerstraße 113, Düsseldorf
Apr. 22
11.00 - 20.00
Marktstraße 140, Hamburg
Apr. 23
11.00 - 20.00
Kastanienallee 44, Berlin
Apr. 25
11.00 - 19.00
Pestalozzistraße 24, München
Apr. 26
11.00 - 19.00
Maria-Theresienstraße 57, Innsbruck
Apr. 27
11.00 - 18.00
Siezenheimer Str. 39a-d, Salzburg
Apr. 28
11.00 - 19.00
Zeiselgraben 4, Wieselburg an der Erlauf
Apr. 29
12.00 - 20.00
Erzherzog-Karl-Straße 108, Wien
Apr. 30
10.00 - 18.00
Patagonia München, Leopoldstraße 47, München
BESSER ALS NEU
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Der Patagonia Worn Wear Wagon wurde vom Künstler Jay Nelson entwickelt und gebaut. Er fährt mit Biodiesel und die Nähmaschinen werden mit Solarenergie betrieben. ERIN FEINBLATT

Worn Wear

Das Beste, was eine Firma für Nachhaltigkeit tun kann, ist, hochwertige Produkte herzustellen, die jahrelang halten und die repariert werden können, damit man weniger kaufen muss.
Unser Worn Wear Programm erzählt die Geschichten unserer Kleidung, ermöglicht ihre maximale Nutzung und recycelt Patagonia-Kleidung, die nicht mehr repariert werden kann.
Repair is a radical act

Reparieren ist ein fundamentaler Akt
Von Rose Marcario, Patagonia CEO

Dieses Jahr habe ich einen verfrühten Neujahrsvorsatz zum Schutz unserer Erde: Lasst uns alle Umwelt-Fundamentalisten werden.

Das hört sich nach einem großen Schritt an – ist es aber nicht. Alles, was man dazu braucht, ist Nähzeug und eine Reparaturanleitung.

Unsere Produkte möglichst lang zu nutzen, ist das Beste, was wir als Verbraucher für die Umwelt tun können. Indem wir die Lebensdauer unserer Kleidung durch Pflege und Reparatur verlängern, müssen wir weniger neue Sachen kaufen und vermeiden so die CO2 Emissionen, Abfälle und Abwässer, die mit ihrer Herstellung verbunden wären.

Warum ist das Reparieren so ein fundamentaler Akt? In unserer Zeit kurzlebiger Mode und rasch fortschreitender Technologie ist es fast unvorstellbar, Dinge zu reparieren, statt sie einfach wegzuwerfen. Doch die Auswirkungen sind enorm. Ich sage Ihnen das als Geschäftsführerin einer Bekleidungsfirma, die trotz großer Bemühungen um eine nachhaltige Produktion noch immer mehr von der Erde nimmt, als sie zurückgibt.

Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Teure Produkte wie Autos oder Waschmaschinen lässt man gewöhnlich reparieren, aber sonst ist es meist einfacher und billiger, etwas Neues zu kaufen. Es gibt allerlei Argumente gegen eine Reparatur: z.B. das Erlöschen von Garantieansprüchen oder das Fehlen von Informationen und Ersatzteilen.

Dadurch entsteht eine Gesellschaft von Konsumenten – nicht von Besitzern. Und das ist ein großer Unterschied. Besitzer übernehmen Verantwortung für ihre Produkte – für deren richtige Pflege, Reinigung, Reparatur, Nutzung und Weitergabe. Konsumenten hingegen kaufen, werfen weg und kaufen neu – und stürzen uns dadurch in den ökologischen Ruin.

Damit wir uns richtig verstehen: Das Kaufen an sich ist nicht das Problem (obwohl klar ist, dass wir im Trubel der Weihnachtseinkäufe oft zu weit gehen). Schließlich sind wir von zahlreichen Produkten abhängig, deren Herstellung die Erde schädigt (das gilt auch für Patagonia-Produkte), und das wird sich in naher Zukunft nicht ändern, egal wie sehr wir uns bemühen, die negativen Auswirkungen zu minimieren.

Was kann man dagegen tun? Drastische Einschnitte im kollektiven Verbrauch erfordern die gemeinsame Verantwortung der Firmen, die die Produkte herstellen, und der Verbraucher, die sie kaufen. Doch Unternehmen müssen unabhängig handeln.

Patagonia bemüht sich darum, hochwertige und nachhaltige Kleidung zu produzieren, die lange hält, repariert werden kann – und einer produktlebenslangen Garantie unterliegt. Wir betreiben das größte Textil-Reparaturzentrum Nordamerikas (mit über 40.000 Reparaturen in diesem Jahr) und wir haben die Mitarbeiter in unseren Läden geschult, einfache Reparaturen (die pro Jahr in die Tausende gehen) selbst auszuführen. Wir publizieren auf unserer Website gemeinsam mit iFixit über 40 kostenlose Reparaturanleitungen für Patagonia-Produkte. Wir unternehmen alles, um unseren Kunden dabei zu helfen, ihre Ausrüstung selbst zu reparieren, sie weiterzugeben oder notfalls zu recyceln.

Wir bitten unsere Kunden beim Kauf darum, diese Optionen zu nutzen und ihre Umweltbelastung langfristig zu minimieren, indem sie erworbene Produkte reparieren, weitergeben oder recyceln, wenn sie nicht mehr brauchbar sind. Indem der Kunde nur kauft, was er wirklich braucht, kann er seinen Konsum reduzieren. Der Kauf wird dann zu einer Investition, die Geld spart und auf lange Sicht dazu beiträgt, den Planeten zu retten.

Doch das ist bislang eher die Ausnahme. Für manche Firmen wie Ricoh, DeWalt, Caterpillar und Lenovo gehören Reparatur und langfristige Nutzung zur Geschäftsgrundlage, doch die meisten produzieren immer noch billigen Ramsch, der schnell kaputtgeht und den man rasch ersetzen muss. Und Kunden, die nur auf den niedrigsten Preis achten, kaufen nach diesem Schema und halten es damit in Gang.

Meist bekommt man zu den Produkten keine Reparaturanleitung und manchmal erschweren Firmen die Reparatur sogar bewusst durch spezielle Schrauben oder ähnlichen Unfug. In Anbetracht der aktuellen Umweltkrise sollte dies als verwerflich gelten, aber leider wird bewusste Begrenzung der Nutzungsdauer noch immer als cleveres Marketing gefeiert.

Angesichts der Jahr für Jahr deutlicher werdenden Auswirkungen des Klimawandels und der wichtigen Gespräche zur Klimapolitik kommenden Monat in Paris, müssen wir als Einzelverbraucher eine Wende des Überkonsums anstreben. Also sollten wir uns wie Besitzer verhalten, nicht wie Konsumenten, und lieber reparieren, als ständig neu zu kaufen und unsere Erde mit Dingen zu belasten, die wir nicht wirklich brauchen.

Wir Hersteller haben die Verantwortung, qualitativ hochwertige Produkte zu schaffen, um Sie dabei zu unterstützen, indem wir Reparaturen und die Beschaffung von Ersatzteilen erleichtern. Reparaturen müssen einen höheren Stellenwert erhalten. Wir müssen unsere Kunden dabei unterstützen, Besitzer zu werden – was grundlegende Änderungen verlangt.

Es ist ein fundamental neuer Denkansatz. Doch der Wandel kann mit einer Nadel und etwas Faden beginnen.

- Rose Marcario ist Präsidentin und Geschäftsführerin von Patagonia, Inc. und Patagonia Works.

1. Halt der Worn Wear Tour am Mollusk Surf Shop in San Francisco, Kalifornien. Wir haben 18 Reparaturen vor Ort durchgeführt, 35 Produkte nach Reno eingeschickt und 30 Reparaturen konnten von den Kunden unter Anleitung selbst durchgeführt werden. Alle waren begeistert. PATAGONIA ARCHIVES
WORN WEAR Ein Film über die Geschichten unserer Kleidung
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Geschichten unserer Kleidung

Die jahrelange Nutzung ihrer Surf-Kleidung brachte Keith Malloy und seine Frau auf die Idee, den Worn Wear Blog zu starten, auf dem Menschen wie Sie Geschichten über ihre beliebteste Patagonia-Kleidung erzählen können.
Patagonia-Gründer Yvon Chouinard brachte die Sache in Schwung mit seinem Beitrag über den Urvater aller Fleece-Kleidung. Jeder, dessen Geschichte veröffentlicht wird, erhält unseren Worn Wear Aufnäher.
Danke Patagonia, dass Ihr die Tradition des Weitergebens unterstützt. SHARI WILLIAMSON KOLLEKTION

Produktpflege & Reparaturen

Der wichtigste Schritt, um unsere Umweltbelastung zu reduzieren, ist die maximale Nutzung unserer Produkte. Das Waschen, Bügeln und Trocknen kann Ihre Kleidung ebenso strapazieren wie das Tragen selbst. Deshalb geben wir Ihnen eine Pflegeanleitung die die Lebensdauer Ihrer Kleidung verlängert. Und wenn schließlich doch ein scharfer Fels Ihre Lieblingsjacke aufschlitzt, dann sind wir für Sie da.
Im Servicezentrum in Nevada beschäftigt Patagonia 45 Vollzeit-Spezialisten, die Ihre Kleidung reparieren. In dieser größten Reparaturabteilung Nordamerikas werden jährlich rund 30.000 Reparaturen durchgeführt. Außerdem betreiben wir eine Reparaturwerkstatt in Portugal und haben zusammen mit den Experten von iFixit eine Reihe von Reparaturanleitungen für unsere Kunden entwickelt.
4. Halt der Worn Wear Tour im Smith Rock State Park in Oregon. Zwei Tage lang empfingen wir Kletterer und Touristen am Anfang des Weges und reparierten alles, was sie uns an Kleidung und Ausrüstung brachten; unabhängig von Marke oder Herstellungsjahr. Sogar die Taschen von Matts Parkranger-Uniform haben wir wieder angenäht. PATAGONIA ARCHIVES
Zu unseren Worn Wear Geschichten
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Am Snap-T® Pullover einen Druckknopf ersetzen. Patagonia Service Center, Reno, Nevada. PATAGONIA ARCHIVES

Wiederverwenden & Recyceln

Sie tragen Ihre Fleecejacke nicht mehr? Geben Sie sie jemandem, der sie braucht. Sie sparen für eine Surf-Reise? Wir helfen Ihnen, gebrauchte Patagonia-Kleidung zu kaufen, zu verkaufen oder zu tauschen. Irgendwann erreicht alles sein Lebensende, egal ob es natürlich gewachsen ist oder hergestellt wurde.
Aus dem natürlich Gewachsenen, entsteht dann wieder etwas Neues – und so sollte es bei unseren Produkten auch sein. Sie können alle ausgedienten Patagonia-Produkte an uns zurücksenden. Wir werden sie zu neuen Fasern oder Geweben recyceln (bzw. noch nicht recycelbare Artikel anderweitig nutzen).
Patagonia-Anzeige am Black Friday (Beginn der Weihnachtseinkäufe in den USA) 2012 in der New York Times

"Don't Buy This Jacket" ("Kaufen Sie diese Jacke nicht")
Patagonia-Anzeige am Black Friday (Beginn der Weihnachtseinkäufe in den USA) 2011 in der New York Times

Der Black Friday ist der Tag, der den Handel wieder in die schwarzen Zahlen bringt. Aber unsere Umwelt, von der alles Leben abhängt, treibt dieser Tag des Konsums tief in die roten Zahlen. Wir haben nur diesen einen Planeten, verbrauchen aber derzeit die Ressourcen von 1,5 Planeten.

Da Patagonia noch lange im Geschäft bleiben möchte - und unseren Kindern einen bewohnbaren Planeten hinterlassen will - tun wir das Gegenteil dessen, was in der heutigen Geschäftswelt üblich ist. Wir bitten Sie, weniger zu konsumieren und gut zu überlegen, ehe Sie diese Jacke oder irgendetwas anderes kaufen.

Der ökologische Bankrott kann schleichend beginnen und dann ganz plötzlich über uns hereinbrechen. Und genau dies wird passieren, wenn es uns nicht gelingt, die Umweltbelastung zu bremsen und schließlich umzukehren. Trinkwasser, Ackerboden, Fischbestände und Feuchtgebiete werden immer knapper – und mit ihnen alle natürlichen Ressourcen unseres Planeten, auf die unsere Wirtschaft, das Leben und wir selbst angewiesen sind.

Die Umweltbelastung durch jedes unserer Produkte ist erheblich. Nehmen wir einen unserer Bestseller, das R2™ Jacket.

Für seine Herstellung werden 135 Liter Wasser benötigt, das entspricht dem Tagesbedarf an Trinkwasser (drei Gläser pro Tag) von 45 Menschen. Vom Ausgangsmaterial (60% Recycling-Polyester) bis zu unserem Lager in Reno verursacht die Jacke fast 9 Kilogramm CO2, was dem 24fachen Gewicht des fertigen Produkts entspricht. Gleichzeitig verursacht sie zwei Drittel ihres Gewichts an Abfall.

Und das obwohl sie nach höchsten Qualitätsnormen aus 60% Recycling-Polyester gefertigt wurde. Ihre zu erwartende Lebensdauer übertrifft die vieler Konkurrenzprodukte deutlich und wenn sie ausgedient hat, werden wir sie zu einem neuen, ebenso hochwertigen Produkt recyceln. Doch wie bei allen Dingen, die wir herstellen und die Sie kaufen, ist der Preis für die Umwelt höher als der Ladenpreis.

Hier können wir alle noch viel tun. Kaufen Sie nichts, was Sie nicht wirklich brauchen. Überlegen Sie zweimal, ehe Sie etwas kaufen.